Ein Drittel weniger Befundungszeit: bei höherer Genauigkeit.

Eine neue Studie in Nature Communications zeigt: KI-Unterstützung in der Prostata-MRT spart Ärztinnen und Ärzten messbar Zeit und senkt die Arbeitslast im Klinikalltag deutlich, ohne dass die diagnostische Qualität leidet. Für Prostate.Carcinoma.ai ist das eine Bestätigung unseres Ansatzes, Radiologen zu entlasten, statt sie zu ersetzen.

Die Studie von Wu et al. untersuchte ein KI-System zur Erkennung von klinisch signifikantem Prostatakrebs in der MRT auf breiter Datenbasis: Entwicklung und Validierung umfassten 7.849 Untersuchungen aus sechs Kliniken und zwei öffentlichen Datensätzen. Besonders aussagekräftig ist der zweite Teil der Studie. Hier wurde geprüft, wie sich die KI auf die Arbeit der Ärzte auswirkt, erst in einer kontrollierten Lesestudie und anschließend im laufenden Klinikbetrieb, wo 1.978 aufeinanderfolgende Untersuchungen aus sechs Monaten vor und sechs Monaten nach Einführung der KI verglichen wurden.

In einer Lesestudie befundeten neun Ärztinnen und Ärzte jeweils 250 Fälle, einmal mit und einmal ohne KI-Unterstützung. Mit KI sank die durchschnittliche Befundungszeit pro Fall von 72,7 auf 48,7 Sekunden, also um rund ein Drittel. Gleichzeitig verbesserte sich die diagnostische Genauigkeit (AUC) von 0,80 auf 0,86.

Dass sich dieser Effekt auch im Klinikalltag bemerkbar macht, zeigte der Vergleich vor und nach der Einführung der KI. Fast zwei Drittel der Untersuchungen konnten danach von einem statt von zwei Radiologen gelesen werden, weil die KI sie als Fälle mit niedrigem Risiko einstufte, während Fälle mit hohem Risiko weiterhin doppelt befundet wurden. Die Arbeitslast der Radiologie sank dadurch um 32 %, und die Rate an erkannten klinisch signifikanten Karzinomen blieb auf dem gleichen Niveau wie vorher.

Die Entscheidung lag dabei stets beim Arzt: Vorschläge der KI flossen nur dann in die Diagnose ein, wenn die befundende Ärztin oder der befundende Arzt sie bestätigte. Am stärksten profitierten weniger erfahrene Radiologen und Urologen, während erfahrene Experten ihre ohnehin hohe Genauigkeit beibehielten. Nach Angaben der Autoren erkannte die KI zudem Karzinome, die in der Routinebefundung zunächst übersehen worden waren.

Was das für Prostate.Carcinoma.ai bedeutet

Die Studie liefert, was in der Diskussion um medizinische KI lange gefehlt hat: belastbare Daten aus dem Klinikalltag. Sie zeigt, dass der Nutzen von KI in der Prostatadiagnostik nicht nur in der Genauigkeit liegt, sondern auch in der Zeit, die sie Radiologinnen und Radiologen zurückgibt. Genau dafür wurde Prostate.Carcinoma.ai entwickelt: als zusätzlicher Blick auf jeden Fall, der die Befundung unterstützt, während die ärztliche Entscheidung und Verantwortung beim Radiologen bleiben.

„Die Radiologie steht unter enormem Zeitdruck. Diese Studie zeigt, dass KI hier echte Entlastung bringen kann, und zwar dann, wenn sie den Arzt unterstützt und die Entscheidung bei ihm lässt. Das ist der Ansatz, den wir mit Prostate.Carcinoma.ai verfolgen“, sagt Matthias Steffen, Geschäftsführer von FUSE-AI.

Die Studie „Automated MRI system for clinically significant prostate cancer detection development validation and real-world implementation“ von Wu et al. ist 2025 in Nature Communications erschienen (Band 16, Artikel 11583). https://doi.org/10.1038/s41467-025-66593-z

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